img_20160912_131033Es ist Herbst. Also irgendwie. Denn im Moment scheint die Sonne und draußen sind es 29° – trotzdem sind schon überall die Äpfel reif und dann kann ich mich einfach nicht beherrschen. Dann lege ich meine Gassirunden auf eine Strecke mit vielen Obstbäumen. Es ist gar nicht nötig, die Äpfel extra zu pflücken (was man ohne Erlaubnis auch gar nicht darf), auf dem Boden unter den Bäumen liegen genug Äpfel rum. Ich finde es immer wieder schade, dass es sich offensichtlich gar nicht mehr lohnt, sie zu ernten und nach ein paar Wochen sehe ich dann riesige Berge voll Äpfel, die halb verschimmelt weggeworfen werden. Ich hasse diesen Spruch „woanders haben die Leute nix zu essen“, aber irgendwie stimmt es halt. Wir lassen hier Äpfel verschimmeln, nur weil sie nicht so schön sind oder zu klein oder zu sauer oder zu hart oder oder oder. Stattdessen importieren wir von sonstwo perfekte, geschmacksneutrale Äpfel, natürlich in viel Plastik verpackt, und geben dafür auch noch Geld aus. Eigentlich echt bescheuert. Lange Rede, kurzer Sinn: Für mich beginnt gerade die Apfelmus-Zeit und alleine mit der Ausbeute von 10 Minuten sammeln konnte ich heute mal eben 5 Gläser Apfelmus einkochen. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass es in der nächsten Zeit auch öfter mal Apfelkuchen und Apfelsaft geben wird… Ein richtiges Rezept habe ich dabei noch nicht einmal, aber ich mache mein Apfelmus immer nach dem gleichen Prinzip:

  1. Alle Äpfel schälen, vierteln, das Kerngehäuse entfernen und die Viertel in grobe Stücke schneiden. Dabei ist es egal, wie viele Äpfel ich habe, ich schnipple einfach, bis ich keine Lust mehr habe oder die Äpfel alle sind. Je saurer die Äpfel, desto saurer wird natürlich auch das Apfelmus.
  2. Ahornsirup in einem großen Topf leicht karamellisieren lassen – die Menge hängt jetzt natürlich davon ab, wie süß man das Apfelmus mag. Ich gebe auf 1 kg Äpfel meist so um die 2 EL dazu.
  3. Apfelstücke dazugeben und mit so viel Apfelsaft aufgießen, dass der Apfelsaft gerade so bis zum Rand der geschnittenen Äpfel reicht.
  4. Alles kurz aufkochen lassen und dann bei mittlerer Hitze weiterköcheln lassen, bis die Äpfel auseinanderfallen. Zwischendruch immer mal wieder umrühren.
  5. Da ich gerne feines Apfelmus mag, schmeiße ich danach alles in den Mixer und püriere es durch. Man kann aber auch einfach einen Kartoffelstampfer nehmen.
  6. Anschließend fülle ich alles in saubere Marmeladengläser, schraube den Deckel fest drauf und stelle die Gläser auf den Kopf, bis sie abgekühlt sind. Da ich möchte, dass alles besonders lange haltbar ist (da freue ich mich im Winter besonders drüber), koche ich die Gläser nochmal extra im Dampfgarer ein. Man kann sie natürlich auch einfach in den Kühlschrank stellen, dann halten sie normalerweise auch ein paar Wochen. Ich bin da aber etwas paranoid veranlasst und gehe gerne auf Nummer Sicher. So hat bei mir Apfelmus auch schon mal ein halbes Jahr im Vorratsraum überlebt.

Hinweis: Es kann passieren, dass das Apfelmus zu flüssig ist – das merkt man schon beim Pürieren und in diesem Fall kann man es einfach nochmal einkochen lassen. Es kann aber auch zu dickflüssig sein, dann hilft natürlich zusätzlicher Apfelsaft. Wer es gerne süßer mag, kann auch am Schluss nochmal Ahornsirup dazugeben (Zucker geht natürlich auch, aber ich mag den etwas herberen Geschmack von Ahornsirup).