Heute war Vegan Street Day in Stuttgart. Nach einem etwas anstrengenden Tag im Regen sitze ich endlich auf dem Sofa. Aber es hat sich gelohnt!

Um 13 Uhr ging es erst einmal auf Erkundungstour. Wir haben uns einen Überblick verschafft, wo es was zu essen gibt und welche Stände vertreten sind. Das alles bei fast strahlendem Sonnenschein. Ich war mehr als froh, dass der Wetterbericht sich geirrt hatte und freute mich auf einen warmen Tag mit interessanten Vorträgen und ganz viel Essen. Die Schlangen an den Ständen waren endlos lang, vor allem der vegane Döner schien sehr beliebt zu sein. Nach ca. 45 Minuten hatte ich dann zumindest im groben Überblick alles gesehen. Leider zeigte sich da schon, dass die vom Wetterbericht wohl doch wissen, was sie tun, denn es wurde ziemlich kalt und grau. Also schnell in die U-Bahn, nach Hause, noch eine Jacke angezogen, Regenschirme eingepackt und zurück. Mittlerweile fing es leider wirklich an zu regnen.

Besonders schön fand ich die Idee, dass man selbst ein keines Kunstwerk gestalten konnte. Ich habe nicht mitgemacht, die Schlange war mir zu lang. Aber die Ideen waren wirklich süß 🙂

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Wenigstens war die Schlange an einem der Dönerstände nun nicht mehr so lang, also reihte ich mich brav ein. Ich habe mich wirklich auf den Döner gefreut, ich war früher zwar nie ein großer Fan, aber wenn es sowas schonmal gibt, wird auch probiert. Tja, leider habe ich vergessen, dass für die meisten vegan bedeutet, dass alles auch gleich noch viel öko-mäßiger sein muss als das Essen für „Normalos“. Den Döner gab es also nicht ganz normal im Fladenbrot mit Kraut und dem ganzen Zeug. Nein, den Döner gab es im weichen Vollkornfladen ohne Kraut, dafür mit einem Hauch von Salat, ein paar wenigen Zwiebeln und eben dem veganen „Dönerfleisch“. Das wäre eigentlich ganz gut gewesen, wenn es knusprig gewesen wäre. Es war aber einfach nur warm. Ich denke mal, dass der Ansturm der Leute mit einem kleinen mobilen Dönerbratding (wie heißt dieses Dönerbratgerät eigentlich?) nicht zu bewältigen war. Deshalb war das Dönerfleisch zwar warm, aber ansonsten noch sehr ursprünglich – also einfach nicht gebraten. Auch wenn man versucht hatte, den Döner noch in einer Pfanne irgendwie dazu zu bewegen, knusprig zu werden. Wenigstens war der Verkäufer sehr nett 🙂 Geschmacklich war der Döner allerdings super. Würden die diesen veganen Dönerspieß in einem normalen Dönerladen mit richtigem Fladenbrot, massig Zwiebeln, Kraut und dem ganzen Zeug verkaufen, wäre das wirklich der Hammer. So war es eben ein teurer veganer Öko-Döner. Vielleicht war ich aber auch einfach nur am falschen Stand. Ich hätte einfach vorher schauen wollen, wie der Döner genau aussieht, aber ich bin eben von einem ganz normalen Döner ausgegangen. Zukünftig werde ich vorher genau hinschauen.

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Danach ging es zum Softeis-Stand von Coox&Candy. Ich musste eine Weile warten. Die Maschine kam mit dem Kühlen nicht nach 🙂 Das war aber nicht wild, nach 5 Minuten hielt ich mein Vanille-Nougat-Softeis in der Hand und war glücklich. Es war sehr sehr lecker!

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Zwischendrin bekam ich immer wieder Teile von Vorträgen mit, aber irgendwie haben sie mich nicht vom Hocker gehauen. Vielleicht lag es auch einfach an dem kalten Wetter. Bei Sonnenschein mit Sitzplatz auf einer Bank wären die Vorträge sicher reizvoller gewesen 🙂

Dann machten wir nochmal eine Runde über den Schillerplatz, eine Runde über den Marktplatz, ich kaufte ein paar Nieten bei der Tombola und beobachtete die Leute. Trotz Dauerregens hielten wirklich viele Leute durch, niemand machte einen genervten Eindruck und überhaupt waren alle sehr nett und gut drauf. Bis auf den einen Herrn, der mich um eine Unterschrift für eine neue Partei bat. Ich meinte, dass ich die Partei nicht kenne und ich deshalb nicht unterschreibe. Irgendwie brachte ihn das aus dem Konzept und er hielt mir einen offenbar auswendig gelernten Vortrag über die Tierschutzpartei. Hätte ich ihn unterbrechen können, hätte ihm das sicher viel Zeit gespart. Ich meinte nochmal, dass ich nicht für etwas unterschreibe, was ich nicht kenne und er zog ohne ein Wort davon. Schon seltsam. Aber mit dieser Masche schien er ansonsten recht viel Erfolg zu haben. Ich bleibe aber lieber dabei, mich erst einmal zu informieren, bevor ich für irgendetwas unterschreibe. Nur, weil sich eine Partei für Tierschutz einsetzt, muss ich nicht zwangsläufig alles gut finden, was diese Partei will. Auch wenn ich sie mit einer Unterschrift ja noch nicht gewählt habe, mag ich nicht auf irgendeiner Unterstützerliste einer Partei auftauchen, deren Programm mir vollkommen unbekannt ist.

Am Schluss habe ich noch 2 Minuten bei der Kochshow zugeschaut. Der Regen und die Tatsache, dass ich Kochshows lieber auf dem Sofa schaue, schickten mich aber bald nach Hause 🙂 Der Vortrag von Melanie Joy hätte mich zwar noch sehr interessiert, aber mehrere Stunden Regen waren einfach zu viel.

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