Mittlerweile habe ich gelernt, dass so ziemlich jedes Produkt Nachteile hat. Margarine ist oft vegan, dafür aber mit Palmöl. Viele vegane Bio-Produkte sind zwar toll, aber in Plastik eingepackt. Schokolade und Kaffee kann man fair kaufen, trotzdem werden sie um die halbe Welt gekarrt. Die Läden „Der vegane Vegetarier“ haben zwar ein reichhaltiges veganes Angebot, haben aber angeblich Verbindungen zu „universelles Leben“ (oh man, jetzt landen bestimmt ganz viele auf meiner Seite, die danach googeln und ich bekomme böse E-Mails). Ich war also auch bei dem neu entdeckten Süßlupinenschrot zwar begeistert, aber trotzdem vorsichtig. Sicher beutet die Firma irgendwo arme Kinder aus oder hat mit ihrer Fabrik ein Naturschutzgebiet trockengelegt oder Süßlupinen sind doch nicht so gesund oder oder oder. Aber nach dem, was ich bisher herausgefunden habe, scheine ich tatsächlich ein Produkt gefunden zu haben, das ethisch vertretbar ist. Und selbst der Hersteller scheint in Ordnung zu sein!

Meine bisherigen Recherchen ergaben aber Folgendes (ich liste hier nur die Infos auf, die ich gefunden und nicht gefunden habe, es kann trotzdem sein, dass es Tatsachen gibt, die noch nicht bekannt sind):

– Süßlupinen haben keinen gesundheitlichen Nachteil. Es besteht aber anscheinend die Gefahr, dass Allergiker (vor allem Erdnussallergiker) auch auf die Süßlupine reagieren.
Siehe: Süßlupinen als Lebensmittelbestandteil – verstecktes Allergen

– Süßlupinen enthalten ungefähr so viel Eiweiß wie Soja, dafür aber mehr Ballaststoffe und weniger Fett (und angeblich viel Eisen). Sie können ohne Probleme in Deutschland angebaut werden, werden zur Bodenverbesserung eingesetzt und sind frei von Gentechnik. Man kann sie roh und gekocht essen. Siehe: Dr. Metz und Zentrum der Gesundheit (dort wird auch noch einmal auf das Allergierisiko eingegangen)

– Das Fraunhofer-Institut hat bereits eine Milch auf Basis von Süßlupinen entwickelt.

– In Süddeutschland gibt es bereits ein Eis auf Basis von Lupineneiweiß: Lupinesse (habe ich aber noch nicht entdeckt)

– Hier gibt es einen interessanten Artikel zum Thema: Lupinen – das Soja des Nordens

Bisher konnte ich – von der Allergiewarnung mal abgesehen – keine negativen Berichte über die Süßlupine oder den Hersteller Dr. Metz finden. Hoffen wir mal, dass nicht wieder der Fehler gemacht wird, Handelsabkommen zu schließen, die den Import billiger machen als den Anbau im eigenen Land…