Hier war es in letzter Zeit ruhig, denn ich war im Urlaub. Eigentlich waren 3 Wochen Provence geplant, aber irgendwie muss mir langweilig sein und deshalb steht im Oktober (mal wieder) ein Umzug an. Also wurden aus den 3 Wochen Provence ein paar Tage Vogesen (s’isch günschdiger). Ganz ehrlich, das war ein schlechter Tausch, aber ich weiß ja wofür sich der Tausch lohnt 😉

Frankreich ist von den Supermärkten her irgendwie ganz anders als Deutschland. Dort gibt es einige Supermarktketten, die es in verschiedenen Ausführungen gibt. In „Drive“ (scheint ein kleiner Supermarkt zu sein), „Super“ und „Hyper“. Super ist groß, Hyper noch größer. Die verschiedenen Ketten haben, je nach Größe, oft Produkte aus einer eigenen Produktlinie. Z.B. Joghurt, Nudeln usw. Die sind günstiger als die anderen Produkte. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, ob die extra hergestellt werden oder ob das wie hier läuft und man sozusagen Markensachen als NoName kauft. Ist eigentlich auch erst einmal egal, die Supermärkte sind auf jeden Fall ein Erlebnis. Denn eigentlich gibt es von allem, was wir hier so an Lebensmitteln kennen, dreimal so viele Sorten. Außer von Brot. Da gibt es Baguette, Toast, Baguette und Toast. Das dann aber in zig Varianten. Was mir besonders auffiel: Bei vielen Produkten war angegeben, dass kein Palmöl enthalten ist. Oder es wurde angegeben, dass es nachhaltig produziert wurde. Da scheint Frankreich wesentlich weiter zu sein als wir.

brotohnepalm

Am ersten Tag ging es also gleich in den nächsten Supermarché, um die Campingvorräte aufzustocken (in anderen Ländern die Läden zu duchstöbern gehörte schon vor meiner veganen Zeit zu meinen Hobbys). Nach 3 Stunden Fahrt, sehr heißen Temperaturen und mit großem Hunger war die Geduld etwas „strapaziert“. So entdeckte ich weder etwas „speziell Veganes“ (nicht, dass ich das nun extra beim Campen brauchen würde, aber die Neugier war groß, vielleicht gibt es im Ausland ja irgendwas ganz Tolles, worauf die Menschheit in Deutschland gewartet hat), noch entdeckte meine Freundin Brot ohne Gluten. Das war quasi ein Todesurteil, denn Frankreich ohne Baguette oder sonstiges Gebäck geht gar nicht. Über unsere Laune bei diesem Einkauf muss ich wohl nichts schreiben. Später gab es dann aber glutenfreie (extra mitgebrachte) Pasta mit Tomaten und einen Rotwein bei strahlend blauem Himmel.

Vogesen Himmel

Neuer Tag – neuer Supermarkt. Dieses Mal SuperU. Mit besserer Laune und Frühstück im Magen. Und siehe da: Ich entdeckte ein halbes Regal voll mit verschiedenen Pflanzendrinks. Von Mandel über Haselnuss bis hin zu mehreren verschiedenen Sorten und Marken Sojamilch. Dazu verschiedene Sojabratlinge. Probeweise packte ich einen Liter Mandelmilch in den Wagen. Beim Weg durch die Kühlregale fiel mir dann noch Sojajoghurt ins Auge. Und zwar nicht nur eine Sorte, sondern gleich mehrere. Und natürlich auch gleich noch von verschiedenen Marken. Auch da landete eine Packung im Wagen. Zu Hause esse ich so gut wie nie Sojajoghurt, aber sowas muss man testen, wenn man schon im Land der endlosen Joghurtvariationen ist. Auch hier war ich überrascht: Den Sojajoghurt gab es sogar von der SuperU-Eigenmarke. Preislich lagen sowohl die Pflanzendrinks als auch die Joghurts unter den deutschen Preisen. Besonders interessant: Auf allen Pflanzendrinks habe ich eine Angabe gefunden, woher die Mandeln/Sojabohnen usw. kommen. Soja kam meist aus Frankreich oder Spanien, der Rest immer aus Europa (zumindest ist mir nichts anderes aufgefallen). Glutenfreies Brot haben wir leider auch dort nicht entdeckt. Den restlichen Tag verbrachten wir natürlich nicht im Supermarkt, sondern am See.

SuperU 2 SuperU 1

Um die Sache abzukürzen: Ich habe in jedem Supermarkt eine mehr oder weniger große Auswahl an Pflanzendrinks, Bratlingen und Sojajoghurts entdeckt. In einem Supermarkt (Cora) gab es sogar Seitan. Cora hatte überhaupt die größte Auswahl (dort gab es sogar Pistazienmilch). Und auch in Sachen glutenfrei (nicht immer geeignet bei einer Weizenallergie, aber der beste Anhaltspunkt) wurden wir fündig. In den größeren Supermärkten und vor allem bei Cora gab es verschiedene Brote (auch Baguette), Kekse (leider nicht viele vegane), Nudeln (geschmacklich unschlagbar) und allerlei französisches Gebäck – eine wesentlich größere Auswahl als bei uns. Meine Freundin war glücklich und ich hatte Mandelmilch für den morgendlichen Kaffee. Bei den Zutaten habe ich mich an eine Übersetzungsapp und mein Schulfranzösisch gehalten. Sollte jemand ein Produkt entdecken, das doch nicht vegan ist, bitte Bescheid geben. Die Mandelmilch, die ich probiert habe, hat extrem intensiv nach Mandeln geschmeckt. Fast schon wie Marzipan. Wer das mag, sollte auf jeden Fall französische Mandelmilch probieren!

Die besten glutenfreien Nudeln, die ich bisher gegessen habe (schlechtes Foto von tollen Nudeln):

Nudeln glutenfrei Frankreich

Wer in Frankreich unterwegs ist, sollte sich also an die größeren Supermärkte halten. Die findet man fast überall. Veganen Joghurt findet man im Kühlregal bei den anderen Joghurts. Pflanzendrinks und Bratlinge sind meistens in einem extra Bio-Regal zu finden. Glutenfreie Produkte findet man entweder bei den Bio-Produkten oder in einem eigenen Regal (einfach ein bisschen die Augen aufhalten).

Ach ja, selbst sowas gab es in der Sojavariante, das habe ich als Kind im Frankreichurlaub immer gerne gegessen 🙂

Sojaflan

 

Ansonsten sind die Vogesen auf jeden Fall mal einen Besuch wert!

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